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Allgemeine Informationen über Alpakas

und Hinweise für Einsteiger

 

Allgemeine Informationen über Alpakas

Grundsätzlich werden zwei Arten von Alpakas unterschieden. Suri-Alpakas mit einer fein gelockten Wolle, die am Körper herunterhängt wie ein seidenes Kleid, machen rund 10 % des Alpakabestandes aus. Huacaya-Alpakas mit flauschiger Wollfaser und dem Teddybär-Look bilden den Rest.
Alpakas erreichen ein Stockmaß von durchschnittlich 90 cm und wiegen ca. 60 – 80 kg. Die Lebenserwartung liegt bei 20 - 25 Jahren. Sie sind mit 1 1/2 bis 2 Jahren geschlechtsreif; die Trächtigkeit dauert 11 1/2 Monate. Alpakas gibt es in 22 Farben.
Das Alpaka wurde ursprünglich in Südamerika als Wolllieferant gezüchtet. Unter dem Gattungsnamen Neuweltkameliden oder Kleinkamele werden die Wildformen (Guanako, Vikunja) und die Hausformen (Alpaka, Lama) zusammengefasst.

Worauf Sie beim Kauf von Alpakas achten sollten

Kaufen Sie nicht die ersten Alpakas, die Sie sehen und nicht beim ersten Betrieb, den Sie besuchen!
Bevor Sie sich die ersten Tiere anschaffen, sollten Sie sich umfassend informieren. Lesen Sie Bücher, Fachmagazine, durchsuchen Sie das Internet, besuchen Sie viele Betriebe und stellen Sie viele Fragen.

Besuchen Sie einen Einsteigerkurs!

Alpakas werden immer wieder als pflegeleichte und problemlos zu haltende Tiere angeboten. Trotzdem sind sie aber relativ große Tiere, die ein gewisses Maß an Pflege brauchen und gewisse Kenntnisse voraussetzen. Für völlige Neueinsteiger ist eine Basisausbildung in Haltung, Umgang und Pflege empfehlenswert. Sie haben viel mehr Spaß an Ihren Tieren, wenn Sie geschult im Umgang sind.
Grundkurse werden von vielen Neuweltkamelidenhaltern angeboten. Achten Sie bitte darauf, dass Sie einen Kurs bei einem erfahrenen Alpakahalter machen. Leider werden nämlich auch oft Workshops oder "Seminare"  von Einsteigern für Einsteiger angeboten. Von Personen, die selbst nur geringe Erfahrung mit Alpakas haben, können Sie nichts lernen.

Einsteigerkurse werden zB hier angeboten: www.lamahof-stadler.at

Termine für Einsteiger- und Filzkurse finden Sie auch im Kamelidenforum

Tappen Sie nicht in die Billig-Falle!

Wie bei allen Tiergattungen gibt es auch bei Alpakas billige bis sehr teure Tiere. Ein billiges Tier muss nicht gleichzeitig ein günstiges sein! Billige Tiere sollten nicht zur Zucht eingesetzt werden, man wird mit ihnen immer wieder nur billige Tiere produzieren. Als Einsteiger würde ich Ihnen raten, von allzu billigen Tieren die Finger zu lassen. Es hat immer einen Grund, dass ein Tier unter seinem Wert angeboten wird (Inzucht, Fehlprägung, Krankheiten in der Herde, körperliche Fehler, die später zu gesundheitlichen Problemen führen können, ...).

Erwerben Sie keine „zutraulichen“ Alpakas!

Immer wieder werden auch „zutrauliche“ Junghengste zum Kauf angeboten. Kaufen Sie solche Tiere nicht! Aus „zutraulich“ wird allzubald „zudringlich“ und Sie wollen sich bestimmt keinen Rangkampf mit einem ausgewachsenen 80-Kilo-Hengst liefern. Ein fehlgeprägter Hengst kann für Menschen gefährlich werden!

Für Anfänger nur trainierte Tiere!

Kaufen Sie als Anfänger bitte nur trainierte Tiere. Sie sollten diese leicht halftern, die Beine heben und sie berühren können. Sie müssen Zehennägel schneiden und ab und zu müssen Injektionen verabreicht werden. Lassen Sie sich vom Verkäufer zeigen, wie er das Tier halftert, probieren Sie es selbst, gehen Sie einige hundert Meter mit dem Tier. Wenn das nicht einfach ist, lassen Sie das Tier stehen! Untrainierte Alpakas und untrainierte Besitzer sind eine denkbar schlechte Kombination!

Tierärztliche Betreuung

Auch Alpakas brauchen hin und wieder einen Tierarzt, um Impfungen vorzunehmen, um Verletzungen oder Krankheiten zu behandeln bzw. vorzubeugen, oder für die Erstuntersuchung der Fohlen. Sehen Sie sich daher um einen Tierarzt um, der Erfahrung mit Kameliden hat oder bereit ist, die medizinische Betreuung solcher Tiere zu erlernen.

Verwendung

Alpakas sind in erster Linie Woll-Lieferanten. Alpaka-Wolle ist besonders weich und hat einen hohlen Markkanal, weshalb diese Wolle ausgezeichnete klimaregulierende Eigenschaften aufweist. Das Vliesgewicht reicht von 1,5 bis 5 kg. Der Wollertrag ist nicht nur von der Genetik sondern auch von den Witterungseinflüssen und von der Versorgung mit Energie und den nötigen Spurenelementen und Mineralstoffen abhängig.
Alpakas zerstören aufgrund ihrer weichen Sohlen die bestehende Grasnabe nicht, sind daher auch als „Landschaftspfleger“ gut geeignet.
Für ausgedehnte Wanderungen oder Trekking-Touren sind Alpakas nicht besonders gut geeignet, eher für kurze und gemütliche Spaziergänge.

Haltung und Fütterung

Das Alpaka lebt gerne in einem Offenstall, wo es Sommer und Winter täglich auf die Weide kann. Ein einfacher Unterstand zum Schutz vor Wind, Regen und starker Sonneneinstrahlung genügt. Die Weide sollte für die ersten beiden Tiere 1.000 m² groß sein, für jedes weitere Tier zusätzlich 100 m². Ein Wildzaun in der Höhe von 1,30 m zur Abgrenzung der Weide ist ausreichend.
Das Alpaka ist ein Herdentier mit einem stark ausgeprägten Sozialverhalten. Einzelhaltung ist bei diesen Tieren verboten. Es müssen daher mindestens 2 Alpakas gemeinsam gehalten werden. Je größer die Herde ist, umso wohler fühlen sich die Alpakas, da sich im Herdenverband eine stabile Sozialstruktur entfalten kann. Man kann Alpakas in reinen Stuten- oder Hengstgruppen bzw. Stuten zusammen mit Wallachen halten.
Das Alpaka braucht als Grundfutter Gras und Heu (1 – 2 kg. pro Tag). Etwas Getreidemischung und Mineralsalz ergänzt die rohfaserreiche Fütterung. Alpakas brauchen täglich frisches Wasser!

Pflege

Beachten Sie bitte bei der Anschaffung von Alpakas, dass diese jährlich geschoren werden müssen. Sehen Sie sich daher rechtzeitig um einen Scherdienstleister um oder besuchen Sie einen Scherkurs. Mit der richtigen Ausrüstung ist die Schur der eigenen Tiere nicht allzu schwierig. Ebenso müssen die Klauen regelmäßig gekürzt werden.
Die Tiere sollten regelmäßig auf Haut- und Darmparasiten untersucht und entwurmt werden. Sinnvoll ist eine gezielte Entwurmung nach einer Kotuntersuchung.

Kann man mit Alpakas Geld verdienen?

Viele Leute haben Alpakas gekauft, um damit Geld zu verdienen und viele Anbieter haben Tiere unter diesem Vorwand verkauft. Vor allem werden Alpakas oft unter dem Aspekt angepriesen, dass man mit deren Wolle die Anschaffungskosten bald wieder zurückverdient oder sogar Geld verdienen kann. Das ist so nicht ganz richtig. Man kann mit der Verarbeitung und Selbstvermarktung der Wolle Geld verdienen, nicht aber mit der Wolle selbst!
Ganz ähnlich ist es beim Einsatz der Tiere in der tiergestützten Arbeit. Dabei fließt auch nicht Geld alleine deshalb, weil man die Tiere hat, sondern erst dann, wenn man teilweise aufwändige Ausbildungen absolviert hat.
Allein die Anschaffung von zwei oder drei "Therapietieren" bedeutet nicht, dass man ein Therapiezentrum betreibt! Außerdem ist nicht jedes Alpaka zu diesem Zweck geeignet.


Alpakas sind angenehme Freizeit- und Hobbytiere, sicher im Umgang mit Kindern und vertragen sich auch mit anderen Tieren.
Sollten Sie sich entschließen, Alpakas zu kaufen und in ihre wunderbare Welt einzutauchen, werden wir Sie gerne ausführlich beraten und unterstützen!


Hilfreiche Informationen erhalten Sie auch im Kamelidenforum unter www.forum.kameliden.at sowie beim Verband österreichischer Lama- und Alpakahalter unter www.lamas.at.

 

 

 

Wir bedanken uns herzlich bei unserem Webisten Christian Schroll

für die umfangreiche Beratung bei der Gestaltung unserer Website!